Artenschutzbestimmungen

Viele Terrarientiere sind in freier Natur stark bedroht und werden daher durch Gesetze streng geschützt. Vor dem Kauf eines Tieres sollte unbedingt die rechtliche Lage geklärt werden.

Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA)

Das 1973 in Kraft getretene Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) enthält drei Anhänge: 

 

Anhang I umfasst alle Arten, die entweder vom Aussterben bedroht sind oder durch den Handel beeinträchtigt werden. Die Haltung und der Handel von Wildfängen ist bei diesen Arten verboten. Nachzuchten dürfen nur mit CITES-Bescheinigung erworben und gehalten werden.

 

Anhang II umfasst alle schutzbedürftigen Arten; es sind Aus- und Einfuhrgenehmigungen sowie der Nachweis über die Herkunft der Tiere notwendig.

 

Anhang III listet alle Arten auf, für die in einzelnen Vertragsländern besondere Bestimmungen gelten.

EU Artenschutzverordnung

Die EU Artenschutzverordnung setzt das Washingtoner Artenschutzübereinkommen in der europäischen Union um und umfasst die folgenden vier Anhänge:

 

Anhang A umfasst im Wesentlichen die Arten, die im WA-Anhang I Aufgeführt sind. Die Tiere, welche in Anhang A aufgeführt werden geniessen höchsten Schutzstatus und dürfen ohne Genehmigung nicht gehalten werden. Für Nachzuchten der im Anhang A aufgeführten Tiere gelten die Richtlinien des Anhangs B.

 

Anhang B umfasst die Arten des WA-Anhangs II. Die Tiere, welche im Anhang B Aufgeführt werden, dürfen ohne Genehmigung gehalten werden, sind jedoch meldepflichtig. Auch ist ein Nachweis über die Herkunft des Tieres vorzulegen.

 

Anhang C umfasst die Arten des WA-Anhangs III. Diese Tiere sind der jeweiligen Regelung des Landes unterworfen, in denen sie gehalten werden. Die Tiere sind weder genehmigungs- noch meldepflichtig. Ein Nachweis über die Herkunft der Tiere sollte aber nach Möglichkeit vorhanden sein.

 

Anhang D umfasst Tiere, die genau überwacht und bei Gefährdung in die Anhänge A und B umgestuft werden. Die Tiere sind weder genehmigungs- noch meldepflichtig. Ein Nachweis über die Herkunft der Tiere sollte aber vorhanden sein, falls das Tier später den strengeren Schutzbestimmungen der Anhänge A und B unterstellt werden sollte.

nicht international geschützte Tiere

Tiere die nicht international (d.h. durch das Washingtoner Artenschutzabkommen) geschützt sind können durch eine nationale Artenschutzverordnung geschützt sein. Informationen zum Schutzstatus der betreffenden Tiere können bei den zuständigen Behörden eingeholt werden.

Hinweise für die Einfuhr von Terrarientieren in der Schweiz:

Tierschutzverordnung Schweiz
Richtlinien für Reptilien: Seiten 117-125
Richtlinien für Amphibien: Seiten 126-131
Tierschutz.pdf
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F.H. (01. Juni 2009)