Die Geschichte der Terraristik

Reptilien und Amphibien haben den Menschen seit jeher begeistert und fasziniert.

 

Bei den alten Ägyptern galten die Nilkrokodile als Verkörperung ihres Nil- und Fruchtbarkeitsgottes Sobek. Im Sobektempel  von Kom Ombo (erbaut unter Pharao Ptolemaios), fanden Archäologen grosse Teichanlagen, in welchem vermutlich heilige Tempelkrokodile gehalten wurden. Dies sind die ältesten Nachweise für die Haltung von Reptilien! Nach dem Tod (natürlicher Tod oder rituelle Tötung) wurden die Krokodile aufwendig einbalsamiert und anschliessend beigesetzt.

Auch bei den alten Kulturen Südamerikas galten Reptilien, besonders Schlagen, als heilige Tiere.

 

Bereits 1797 bezeichnete Johann Mattäus Bechstein in seinem Buch „Naturgeschichte der Atubenthiere, Amphibien, Frösche, Insecten, Würmer“ Unken und Laubfrösche als hervorragende „Stubengenossen“.

 

Die Geschichte der eigentlichen Terraristik beginnt jedoch erst im frühen 19. Jahrhundert, mit dem aufkommen der ersten zoologischen Gärten. 1884 erschien das erste Terraristikbuch von Johann von Fischer: „Das Terrarium- seine Bepflanzung und Bevölkerung“. In diesem Buch wird eine, für diese Zeit, beachtliche Anzahl von Schildkröten, Echsen, Schlangen, Lurchen und Fröschen genannt.

 

In der gleichen Zeit wurden auch die ersten „Terrarien“ entwickelt, welche grösstenteils auf Öfen basierten, die täglich eingeheizt werden mussten. Bis 1940 kosteten Importe von exotischen Reptilien und Amphibien noch ganze Monatslöhne, weshalb einheimische Arten (besonders Eidechsen) den grössten Teil der gehaltenen Arten stellten. Ab 1960 gelangten durch Massenimporte auch Tiere aus dem Mittelmeerraum in die Mittel- und Nordeuropäischen Terrarien. Besonders Landschildkröten, Chamäleons und Eidechsen aus Südeuropa waren sehr gefragt. Ab Mitte der 60er Jahre wurden auch vermehrt Wildfänge aus Südamerika, Afrika und Asien importiert. Aufgrund der tiefen Importpreise bestand in Europa für Nachzuchten kaum Anreiz. Die durch Dauerstress bedingte Ausfallsrate der Massenimporte war zum Teil sehr hoch (75%). Erst, als die Massenimporte zum Teil fast zum Aussterben einiger Arten führten und spezielle Schutzmassnahmen getroffen wurden, wurden vermehrt die Tiere auch nachgezüchtet. Heute sind die meisten, im Zoofachhandel angebotenen Tiere Nachzuchten!

 

F.H. (13. Juni 2009)