Grosses Wandelndes Blatt - Phyllium giganteum

HAUSLEITHNER 1984

Klasse: Insecta (Insekten)

Ordnung: Phasmatodea (Gespensterschrecken)

Familie: Phylliidae (Wandelnde Blätter)

Gattung: Phyllium

Art: Phyllium giganteum (Grosses Wandelndes Blatt)

Artenschutz: nicht international geschützt

Schwierigkeitsgrad: 2 (aufgrund der aufwändigen Aufzucht der Nymphen)

Terrarientyp: Feuchtterrarium (siehe auch: Insektarium)

© 2009 by Terrainsel Team
© 2009 by Terrainsel Team

Herkunft: Das Grosse Wandelnde Blatt kommt ursprünglich aus den Cameron Highlands Malaysias, wo sie besonders auf Guavenbäumen und Sträuchern zu finden sind.

 

Geschlechtsunterschied: Da sich Phyllium giganteum hauptsächlich durch Parthenogenese vermehrt sind Männchen nur sehr selten zu finden (etwa ein Männchen auf 500 Weibchen).

 

Grösse: Die weiblichen Wandelnden Blätter erreichen eine Grösse von etwa 10.5 cm, die Männchen sind mit ca. 7 cm deutlich kleiner.

 

Färbung: Nach dem schlüpfen weisen die Nymphen eine rot-bräunliche Färbung auf. Nach der ersten Häutung weisen sie bereits grüne Stellen auf. Die ausgewachsenen Tiere weisen, bis auf wenige braune Stellen, eine grüne Grundfärbung auf.

 

Alter: Die Entwicklungszeit der Nymphen dauert acht bis zwölf Monate. Die Lebenserwartung eines ausgewachsenen Weibchens beträgt etwa 10- 12 Monate, wobei jedoch nur etwa 10% der Nymphen das Adultstadium erreichen. Männchen werden in der Regel nur weinige Tage alt.

 

Terrarium: Das Mindestmass des Terrariums (für 3-4 ausgewachsene Tiere) sollte 30x30x40 cm  nicht unterschreiten. Die Futterpflanzen dienen gleichzeitig auch als Kletteräste und  werden in schweren Gefässen ins Terrarium gestellt. Die Rückwand sollte mit Kork ausgestattet werden (wird besonders bei der Häutung gerne aufgesucht).

 

Haltung: Die Temperaturen sollten am Tag bei ca. 22-25°C liegen und in der Nacht  auf 20°C (Zimmertemperatur) absinken. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 80% und liegen. Besonders die Nymphen sind auf eine hohe Luftfeuchtigkeit angewiesen. Das Terrarium sollte 10-12 Stunden beleuchtet werden.

 

Futter: In ihrer Heimat in Malaysia fressen die Tiere bevorzugt Guaveblätter. Im Terrarium nehmen sie jedoch gerne Blätter von Rosengewächsen wie Himbeer und Brombeer. Da die wilden Brombeersträucher auch im Winter das Laub behalten, sind sie das alleinige Winterfutter für die Tiere. Für die Nymphen sollten die  Brombeerblätter auf jeden Fall eingeschnitten werden, da die Mundwerkzeuge noch zu wenig kräftig sind um die harten Blattränder anfressen zu können. Neben den Blättern der Rosengewächse akzeptieren die Wandelnden Blätter auch das Laub von Eichen und Buchen.

 

Lebensweise: Die Tiere bleiben tagsüber gut getarnt im Blattwerk verborgen. Am Abend kann man die Tiere gut bei der Nahrungsaufnahme beobachten. Die Tiere bewegen sich „wippend“ voran, so imitieren sie Blätter im Wind.

 

Besonderheiten: Beim grossen Wandelnden Blatt handelt es sich um die grösste bisher entdeckte Art. Sie gehören sicherlich zu den bizarrsten Terrarientieren. Ausgewachsene Tiere sind sehr leicht zu halten, jedoch ist die Aufzucht der Nymphen sehr Zeitaufwändig und ist somit für Anfänger nur bedingt geeignet.

 

F.H. (05. April 2009)