Tipps für Neueinsteiger

Pseudacris regilla
Pseudacris regilla

Vor der Anschaffung

Bevor man sich Terrarientiere anschafft sollte man sich überlegen, welchen Ansprüchen man gerecht werden kann resp. will. Die Pflege von Terrarien und ihren Bewohnern ist eine zeitintensive (aber schöne) Arbeit. Wer Terrarien unterhalten will muss bereit sein, einen Teil seiner Freizeit in diese Arbeit zu investieren. Auch muss man sich bewusst sein, dass die meisten Terrarientiere mehrere Jahre alt werden können!

Ein zweiter Punkt sind die räumlichen Voraussetzungen die man zur Verfügung stellen kann. Auch muss der finanzielle Aspekt vor der Anschaffung der Tiere berücksichtigt werden. Neben den einmaligen Anschaffungskosten folgen regelmässig Ausgaben für Futter(-tiere), Vitamin- und Calciumpräparate, Reinigungsmittel und Stromkosten.

Um sich einen Überblick über die oben genannten Punkte zu verschaffen empfiehlt es sich, sich mit einem Terraristikfachgeschäft für ein (unverbindliches) Beratungsgespräch in Verbindung zu setzen. Auch sollte man sich vor der Anschaffung Fachliteratur beschaffen (z.B. in einer Bibliothek) und diese gut studieren. Auch abzuklären ist, ob das Tier durch besondere Gesetzte geschützt und deshalb Melde- oder Nachweispflichtig ist.

Ein Punkt, der oft vergessen wird, ist die Pflege im Urlaub. Sollte für diese Zeit kein Pfleger gefunden werden sollte man sich an ein Terrarienfachgeschäft wenden und abklären, ob auch Ferientiere aufgenommen werden.

 

Wenn man sich diese Punkte gründlich überlegt hat kommt man zur Auswahl der zu pflegenden Art. Bei der Auswahl der Art sollten besonders die Haltungsansprüche berücksichtigt werden. Am besten prüft man, welche Bedingungen man den Tieren am ehesten bieten kann und entscheidet sich dann für eine Art. Nachdem man sich für eine Art entschieden und genügend Fachliteratur studiert hat kann man sich mit der Einrichtung eines artgerechten Terrariums beschäftigen.
Die Tiere sollten erst gekauft werden, wenn bereits ein fertig eingerichtetes Terrarium vorhanden ist!

Hyperolius argus
Hyperolius argus

Anschaffung

Am besten beziehen man seine Tiere direkt bei einem (privaten) Züchter. Ebenfalls bietet sich die Möglichkeit an, die Tiere auf Terraristikbörsen direkt vom Züchter zu kaufen. Es ist auch möglich, die Tiere in einem Fachgeschäft zu erwerben.

 

Die Herkunft der Tiere sollte in jedem Fall klar ersichtlich sein. Achten Sie dabei auf die Folgenden Abkürzungen:

 

WF = Wildfangtier (das Tier wurde in der Natur geboren)

 

NZ = Nachzuchttier (das Tier wurde in Gefangenschaft geboren; oft wird das entsprechende Landeszeichen z.B. „CH“ oder  „D“ vorangestellt)

 

FZ = Farmzuchttier (meist im Ausland, in grosser Zahl gezüchtetes Tier)

 

Vermeiden Sie unbedingt den Kauf von Wildfangtieren, da diese oftmals durch den langen und oftmals nicht artgerechten Transport gestresst und geschwächt sind und die Entnahme von Tieren aus der Natur deren Bestand gefärden könnte.

 

Auch das Geschlecht des Tieres sollte ersichtlich sein. Dafür werden die folgenden Zahlenkombinationen verwendet:

1,0,0 = männliches Tier

0,1,0 = weibliches Tier

1,2,0 = 1 männliches und 2 weibliche Tiere

0,0,2 = 2 Tiere mit (noch) unbekanntem Geschlecht.

 

Nehmen Sie sich genug Zeit, bei der Auswahl der Tiere! Reptilien und Amphibien sollten agil sein, aufmerksam die Umgebung beobachten und auf Bewegungen reagieren. Kaufen Sie nicht aus Mitleid  kranke Tiere, in der Hoffnung sie wieder gesund pflegen zu können. Oft sind die Tiere bereits so krank, das man ihnen nicht mehr helfen kann! Vergewissern Sie sich auch, ob das Terrarium oder die Dose (z.B. auf Börsen) sauber ist. Sind diese Voraussetzungen gegeben steht dem Kauf des Tieres nichts im Wege.

Phelsuma laticauda
Phelsuma laticauda

Eingewöhnung und Quarantäne

Neu erworbene Tiere benötigen erst einmal Zeit und Ruhe, um sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Deshalb ist es wichtig, dass die Tiere diese Zeit auch bekommen und sich in Ruhe anpassen können. Sollte das neuerworbene Tier in eine bereits bestehende Gruppe integriert werden, ist zuerst einmal eine Quarantänezeit notwendig, in der man sich vom Gesundheitszustand des Tieres überzeugen kann. Mit der Quarantäne verhindert man das Einschleppen von Krankheiten in den eigenen Tierbestand.

 

F.H. 16. Juni 2009